Hans-Ulrich Klose MdB

Hans-Ulrich Klose


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02. März 2009

Wahlkreis

Der Wahlkreis Bergedorf-Harburg ist nach der jüngsten Bezirksreform des Hamburger Senates ein verwaltungsrechtlich kompliziertes Gebilde geworden. Bergedorf nördlich und Harburg südlich der Elbe sind zwei eigenständige Stadtteile, die einander nicht einmal benachbart sind und ihre jeweils besondere historische Entwicklung durchlaufen haben.

Während Bergedorf eher Landstädtchen blieb, wuchs Harburg in seiner preußischen Zeit zu einem wichtigen Industriestandort heran, der 1937 der Stadt Hamburg einverleibt wurde. Noch heute spürt man hier wie auch in Bergedorf bei den Bewohnern eine gewisse Distanz zu „Hamburg“. Beide Stadtteile haben auch heute noch eine zentrale Bedeutung für das einstmals ihnen zugehörige Umland. Ihre Flächen schließen große Landgebiete ein – alte Kulturlandschaften, die mit ihrem Obst- und Gemüseanbau eine bedeutende Versorgungsfunktion für die Stadt haben und die mit ihren zahlreichen Vereinen, von den Schützen bis zu den freiwilligen Feuerwehren, als Wahrer alter Kulturtraditionen ein stabiles Element der Gesellschaft bilden.

Bergedorf

Bergedorf habe ich früh kennen gelernt: durch Freunde, die dort wohnen. Während meiner Referendartätigkeit am dortigen Amtsgericht habe ich viel über die Menschen und ihre Probleme im Stadtteil erfahren. In meiner Zeit als ErsterBergedorfer Schloss Frühling Bürgermeister wurde über wichtige Projekte der Stadtentwicklung in Bergedorf diskutiert und entschieden. So begannen die Planung für das Quartier Neu-Allermöhe-Ost, mit dem wir eine besondere Wohnqualität für junge Familien anstrebten: Wohnen am Wasser und ökologisches Bauen leiteten die damaligen Überlegungen der Stadtplanung. In den Folgejahren wurde die Wohnbebauung immer dichter, in kurzer Zeit schnellte die Bevölkerungszahl nach oben. Dennoch identifizieren sich die Menschen heute mit ihrem Stadtteil: soziale Probleme und Reibungspunkte, die zu schnelles Wachstum zwangsläufig mit sich bringen, werden engagiert angegangen, was nicht zuletzt ein Verdienst engagierter sozialdemokratischer (Lokal)Politik vor Ort ist.

Bergedorf bewegt sich. Das nehme ich nicht nur in den Wohnquartieren wahr, für die Neu-Allermöhe stellvertretend steht. Wenn ich heute in Bergedorf aus dem Zug steige, empfängt mich eine riesige Baustelle: Die Umgestaltung der Neuen Mitte, wo bis 2010 Bahn-, Busbahnhof und ein Einkaufszentrum komplett neu entstehen, ist in vollem Gange. Bergedorf steht für Fortschritt - aber auch für eine lange und bewegte Geschichte. Bewahrens- und bewunderswert sind neben dem Schloss - übrigens dem einzigen in Hamburg - die Sternwarte auf dem Gojenberg, einem historischen Ensemble, das gute Chancen hat, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden. Und natürlich die einzigartigen Kirchen in den Vier- und Marschlanden, die mir immer einen Abstecher wert sind.

In Bergedorf lässt sich gut wohnen. Und arbeiten. Größter Arbeitgeber ist die Firma Hauni, ein traditionsreicher Zigarettenhersteller-Betrieb, die übrigens lange die industrielle Landschaft Bergedorfs geprägt haben. Selbst in der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise steht Hauni gut da. Wie auch die gesamte Bergedorfer Wirtschaft, die ansonsten geprägt ist von kleineren und mittelständischen Unternehmen, Handwerk und Dienstleistungen. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Harburg
Sagte man in der unmittelbaren Nachkriegszeit noch zu Recht, in Harburg mit seiner Gummi-und Ölindustrie werde das Geld verdient,Harburger Rathaus das in Hamburg ausgegeben werde, so holten die Probleme aller alten Industrieorte bald auch Harburg ein. Es musste etwas getan werden, um den drohenden Niedergang dieses großen Stadtteils aufzuhalten. Der wohl wichtigste Punkt des Modernisierungsprogrammes, mit dem während meiner Zeit als Hamburger Bürgermeister neue Impulse gegeben wurden, war die Errichtung der Technischen Universität in Harburg. Rückblickend kann man heute sagen, dass diese anfänglich umstrittene Entscheidung für Harburg genau richtig war. Wer durch das von moderner Architektur geprägte Harburger Hafengebiet streift, wird sofort begreifen, was ich meine. Aber es bleiben genügend Probleme im noch immer starken industriellen Sektor bestehen. Gerade in der jetzigen Finanz-und Wirtschaftskrise müssen wieder viele Beschäftigte einstmals großer Betriebe um den Verlust von Arbeitsplätzen durch Verlagerung oder Betriebsschließung fürchten.


Das ist nicht anders auf der benachbarten Elbinsel Wilhelmsburg, die früher zum Bezirk Harburg gehörte. Nun ist sie nur noch Bestandteil des Bundestagswahlkreises 24, aber Teil des Bezirkes Mitte. Wilhelmsburg hat eine ebenso schnelle industrielle Entwicklung durchlaufen wie Harburg und hat nun ganz ähnliche Sorgen. Mit der Entwicklung in Wilhelmsburg habe ich mich schon früh beschäftigt- dank der Wilhelmsburger Parteifreunde, die zu mir in das Hamburger Rathaus kamen, willens und stark, für die Zukunft ihrer Insel zu kämpfen. Gemeinsam haben wir uns an dieses schwierige Projekt gemacht, neuen Wohnraum geschaffen, ein Schwimmbad, das Bürgerhaus. Neuer Optimismus ist durch die vielfältigen Planungen derInternationalen Bauaustellung und der Internationale Gartenausstellung in Gang gesetzt worden, die beide in Wilhelmsburg stattfinden werden. Es ist heute schon absehbar, wie sehr sie das Gesicht der Insel verändern werden. Das Image Wilhelmsburgs beginnt sich zu verändern. Junge Leute und auch Künstler finden es plötzlich attraktiv, hier zu wohnen. Und damit haben sie nicht unrecht. Wer nicht nur Augen für Probleme hat, entdeckt neben den neuen kulturellen Impulsen schnell auch die Schönheiten dieser Region zu beiden Seiten der Elbe.

Ich möchte Sie deshalb einladen, einmal in meinen Wahlkreis zu kommen. Sie werden erstaunt sein, welche Idyllen er bietet: die Obstblüte im Alten Land, die stillen Wege in der Fischbeker Heide, die einzigartigen Naturschutzgebiete Heuckenlock und die Boberger Dünen, die Bunthäuser Spitze, die vielen Badeseen.

Um alles das lohnt es sich zu kämpfen:
-um die Menschen, die hier gut und im Frieden miteinander leben sollen und die auch zukünftig ihr Auskommen hier finden müssen,
-um die Natur, die von der Stadt nicht erdrückt werden soll, weil sie uns die Luft zum Durchatmen verschafft.

Auch wenn der Bund nicht unmittelbar zuständig ist für die Lösung aller kommunalen Probleme, so wirken die Entscheidungen von Parlament und Regierung in Berlin doch mittelbar auf die Menschen, die hier leben, ein. Deshalb werde ich mich in Berlin und in Brüssel für bessere Bildungschancen, für eine aktive und nachhaltige Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sowie den notwendigen sozialen Ausgleich in unserer Gesellschaft einsetzen. Gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, zeigt sich, dass es einen starken Staat braucht, der im Interesse aller Menschen handeln kann.




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