Hans-Ulrich Klose MdB

Hans-Ulrich Klose


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16. Mai 2011

Europa macht Schule!

Hans-Ulrich Klose diskutiert mit Harburger Schülerinnen und Schülern anlässlich des EU-Schulprojekttages

Diskussion

Werbung hat Europa zur Zeit nötiger denn je: Der Staatsbankrott Griechenlands, die grassierende Wirtschafts- und Finanzkrise, die immer mehr Staaten an den Abgrund treibt, undurchsichtige Entscheidungsstrukturen und nicht zuletzt die Flüchtlingsströme aus den nordafrikanischen Krisengebieten stellen die europäische Union vor eine harte Bewährungsprobe. Aber auch über die Erfolgsgeschichte Europas sollten Politiker am 16. Mai, dem bundesweiten EU-Projekttag, mit jungen Menschen ins Gespräch kommen. Hans-Ulrich Klose diskutierte mit Schülerinnen und Schülern zweier Schulen, dem Immanuel-Kant-Gymnasium und der Stadtteilschule Harburg.

Ein Fazit: Europa ist nur auf den ersten Blick langweilig. Den Eindruck konnte man jedenfalls an der Harburger Stadtteilschule gewinnen, wo sich nach Hans-Ulrich Kloses "Eingangspredigt" schnell eine lebhafte Diskussion mit den Elftklässlern entspann. Die vielen klugen Fragen zeigten, dass die jungen Menschen informiert und interessiert sind und die Gesamtheit der Staatengemeinschaft im Blick haben. 

Ob mehr - oder weniger - zentral geregelt werden sollte? Hans-Ulrich Klose wünscht sich mehr Kompetenzen in der Außen- und Sicherheitspolitik. Dafür könnten Einzelentscheidungen - die berühmte Gurkenkrümmung kam ausnahmsweise nicht zur Sprache - wieder an die Länder zurückgegeben werden.

Einige Diskussionsbeiträge drehten sich um den Beitritt der Türkei. Klose ist ein Befürworter: sicherheitspolitisch und wirtschaftlich sei die Türkei eine Bereicherung und "zu wichtig, um sie links liegen zu lassen". Wenn schon kein Beitritt zustande käme, so wünscht er sich enge Beziehungen. Die Befürchtungen eines Identitätsverlustes - oder den Wunsch nach mehr europäischer Identität - brachte Hans-Ulrich Klose anschaulich auf den Punkt: "Die Identität in Europa ist ungefähr so wie in der Fußballnationalmannschaft", eine multikulturelle Identität sei auch heute in Deutschland schon Lebenswirklichkeit.

Von Multikulti zu Sarrazin: "So jemand ist in Ihrer Partei?", empörte sich eine Schülerin. Klose konterte unaufgeregt. Er halte Sarrazins Thesen zwar für falsch. Aber "einen Sarrazin hält die gute alte Tante SPD aus."

Empört zeigte sich Klose über das Flüchtlingsproblem - und die Reaktionen einiger europäischer Staaten. "Das beleidigt mich", wenn Italien schon mit 25.000 Flüchtlingen überfordert ist. Die Schließung der dänischen Grenzen stelle die EU auf eine harte Probe: "Das geht an's Eingemachte", warnte Klose. Die EU-Kommission sei am Prüfen, ob Dänemark damit gegen das Schengen-Abkommen verstoße.  

Abschließend appellierte Klose an alle Schülerinnen und Schüler, selbst aktiv zu werden und Europa zu gestalten. "Die europäische Gemeinschaft definiert sich über das Individuum und nicht umgekehrt." Das bedeute aber auch, dass jeder Einzelne die Verantwortung zur Mitwirkung habe. 




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