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Außen- und sicherheitspolitische Diskussion mit Schülerinnen und Schülern in Allermöhe
Die Oberstufe diskutiert mit Hans-Ulrich Klose: Das ist im Gymnasium Allermöhe zur guten Tradition geworden. Obschon für die Vorbereitung der mündlichen Abiturprüfungen vom Schulbesuch freigestellt, ließen es sich die Schülerinnen und Schüler der Studienstufe nicht nehmen, mit dem Bundestagsabgeordneten konzentriert zehn Themengebiete abzuarbeiten.
Die aktuellen Entwicklungen in der Außen- und Sicherheitspolitik bieten da zur Zeit reichlich spannenden Stoff. Zu Beginn der Diskussion stand die Tötung Bin Ladens und die Entwicklung des internationalen Terrorismus. Was Schüler bewegt: War das nötig? Dürfen die Amerikaner das? Ist das Mord? Hans-Ulrich Klose unternahm einen Ausflug in die US-amerikanische Mentalität: "Die denken alttestamtentarisch", Auge um Auge, Zahn um Zahn. Nur so könne das "Gleichgewicht" für die Amerikaner wiederhergestellt werden.
Auf die Abzugsstrategie und vor allem -geschwindigkeit der Truppen aus Afghanisten habe Bin Ladens Tod wenig Einfluss. Hauptkriterium bleibe, ob Afghanistan stabil genug ist. Ohnehin sind die Daten bekannt und in Zusammenhang mit den US-Präsidenschaftswahlen in zwei Jahren zu sehen. Nach seinem Favoriten gefragt, musste Klose keine Sekunde überlegen: "Obama!". Bin Laden, Afghanistan, Guantanamo: "Obama kann das Problem nicht lösen, da die Strafgerichtsbarkeit in den USA Ländersache ist." Da habe der Präsident keine Chance, erklärte Klose.
Von Afghanistan nach Israel, von Israel in die Krisengebiete Nordafrikas. Denen sei das demographische Problem gemein, also viele Akademiker und gut ausgebildete junge Menschen, die keine Arbeit finden. Ansonsten seien die Aufstände in Ägypten, Tunesien, Lybien und Syrien höchst unterschiedlich motiviert und müssten deshalb auch länderspezifisch genau betrachtet werden.
Die Enthaltung Deutschlands bei der Lybien-Abstimmung verurteilte Klose scharf. Deutschland habe sich damit im UNO-Sicherheitsrat isoliert: "Unter der Hand gelten wir bei unseren Verbündeten als nicht ganz verlässliche Partner", so Klose.
Von der arabischen Welt nach Südkorea, von dort nach Fukushima und zurück zur europäischen Energiepolitik: Klose plädierte für einen schnellen, geordneten Ausstieg aus der Atomenergie, der als Konsens quer durch die Parteien zustandekommen und getragen werden müsse.
Schließlich zum Abschluss etwas ganz Persönliches: Was macht der Politiker Klose, wenn er aus dem Bundestag ausscheidet? Gedichte schreiben, das Weltgeschehen verfolgen - "und die politische Bildung am Gymnasium Allermöhe befördern". Damit aus schöner Gewohnheit Tradition wird.