Integration geht uns alle an
Zukunftsdialog der SPD-Bundestagsfraktion in Hamburg-Bergedorf
Mit ihrem "Zukunftsdialog" hat die SPD-Bundestagsfraktion das Thema Integration ins Blickfeld gerückt. Hans-Ulrich Klose beteiligte sich im Dezember an der Aktion und machte sich selbst ein Bild von der bunten Vielfalt einiger Projekte und Initiativen in seinem Wahlkreis. Tagsüber standen intensive Gespräche und Besuche bei verschiedenen Trägern auf dem Programm, am Abend gab es eine Diskussionsveranstaltung im Bergedorfer Gewerkschaftszentrum unter dem Motto "Integration geht uns alle an. Gleichberechtigt miteinander leben."
Neben Jorge Birkner, dem Integrationsbeauftragten des Bezirks Bergedorf, war prominenter Besuch angereist: Aydan Özoguz, gerade erst auf dem Bundesparteitag der SPD zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt, stellte den Zukunftsdialog vor und brachte die bundespolitischen Aspekte auf den Punkt.
Ziel der SPD-Bundestagsfraktion ist es, einen „Deutschlandatlas“ mit best-practice-Beispielen zu erstellen: Aufgenommen werden alle Projekte, die einen erfolgversprechenden Ansatz in der Integrationsarbeit verfolgen und die beispielgebend für andere Wahlkreise oder Bundesländer sein können. Hans-Ulrich Klose hatte dazu am Tage exemplarisch einige Träger besucht: Die Stiftung berufliche Bildung (SBB) mit den Projekten „1001 Chance – Lern- und Trainingsprojekt für muslimische Frauen“ und „Gib Gaz in Richtung Arbeit!“ – ein Trainingsprojekt für Spätaussiedler. „Sprungbrett e.V.“ und deren Produktionsschule und schließlich den Internationalen Bund mit Kompetenzagentur in Lohbrügge und Jugendmigrationsdienst mixx.
Bei der Abendveranstaltung gab es zunächst eine Reihen von Zahlen und Fakten: Von fast 82 Millionen Deutschen haben 19 % einen Migrationshintergrund. Dazu zählen alle, die seit 1950 zugewandert sind, aber auch die Nachkommen von Flüchtlingen. Deshalb sind auch nur 7,2 Millionen der sogenannten „Migranten“ Ausländer, 8,5 Millionen haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Überraschend auch die Herkunftsländer der Zuzüge 2010: An erster Stelle steht Polen, gefolgt von Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
Die Forderungen der SPD-Bundestagsfraktion erläuterte Aydan Özoguz an einigen Beispielen. Im Fokus stehen: Die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, Integrationskurse und Spracherwerb, doppelte Staatsbürgerschaft, kommunales Wahlrecht für Drittstaatler, Lehrstühle für isalmische Theologie, Verbesserung der Weiterbildungsquote und die Rettung des Programms „Soziale Stadt“.
Jorge Birkner, Integrationsbeauftragter des Bezirksamtes Bergedorf, gab dem Integrationsthema das „Bergedorfer Gesicht“: Allein im Stadtteil Allermöhe haben 58% der Einwohner Migrationshintergrund, bei den unter-18-jährigen sogar 67%. Da es sich aber zum Großteil um Spätaussiedler handle, habe sich Bergedorf lange Zeit als „wenig ausländisch“ verstanden. Bei den sieben Hamburger Bezirken rangiert Bergedorf immerhin auf Platz drei, was den Anteil der Migranten betrifft.
Das Bergedorfer Positionspapier zur Integration fordert unter anderem, Foren der Begegnung zwischen Migranten und Nichtmigranten zu schaffen. Mit dem „Dialog der Kulturen“ wurde 2011 ein Anfang gemacht: 130 Teilnehmer (60% Migranten, 40% Nichtmigranten) zeigten eindrucksvoll, dass Begegnung erwünscht und gefragt ist.