Hans-Ulrich Klose MdB

Hans-Ulrich Klose


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26. April 2010

Koordinator im Auswärtigen Amt

Kolumne in den Harburger Anzeigen und Nachrichen des Monats April

Die Entscheidung der Bundesregierung, mich, einen Sozialdemokraten, zum Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu berufen, hat viele, mich eingeschlossen, überrascht. Immerhin: Ich bin Abgeordneter der Opposition und werde weiter als Abgeordneter, im Wahlkreis und in Berlin, arbeiten. Das neue Amt, das nicht in die normale Hierarchie des Auswärtigen Amtes eingegliedert ist, kommt dazu.

Was ist das für ein Amt, was macht der Koordinator? Einfach formuliert: Ich bin Übersetzer und Erklärer, der den Menschen in beiden Ländern, die jeweils andere Seite nahe bringt und dadurch auf indirekte, nicht-operative Weise Einfluss nimmt auf das (nicht nur politische) Verhältnis der beiden Länder zueinander. Übrigens, nicht nur der beiden, sondern der drei Länder; denn es geht um Nordamerika, und Kanada gehört dazu. Wie arbeitet ein Koordinator? So ganz genau weiß ich das noch nicht, vermute aber, dass ich häufiger als bisher „über den Teich“ fliegen werde; nicht nur nach Washington D.C. und New York, sondern auch nach Pittsburgh, Des Moines oder Denver; nach Ottawa und Quibeck. Ich werde dort Gespräche mit vielen Menschen führen, nicht nur mit Politikern, sondern auch mit Professoren, Journalisten, Gewerkschaftern und mit dem viel zitierten „Mann auf der Straße“. Ich werde auch durch die deutschen Provinzen reisen, um Freunde und Kritiker der nordamerikanischen Partner zu treffen, werde Berichte schreiben und der Bundesregierung Vorschläge unterbreiten, wo immer Entscheidungs- und Handlungsbedarf entsteht.Geht das ohne Loyalitätskonflikte? Frank-Walter Steinmeier, den ich natürlich um Rat gebeten habe, hat mir zugeraten. Er glaubt, dass ich etwas Gutes bewirken kann; ich auch, denn inzwischen bin ich alt genug, um unnötige und konfrontative Zuspitzungen zu vermeiden. Außenpolitik eignet sich zur parteipolitischen Konfrontation nur im Ausnahmefall. In der Regel geht es um Konsenssuche und kooperatives Miteinander. Daran sind sich die Parteien des Deutschen Bundestages, die Linkspartei ausgenommen, einig.

Mein Vorgänger im Amt war übrigens auch Sozialdemokrat: Karsten Voigt. Einziger Unterschied: Er war, als er das Amt antrat, schon nicht mehr Abgeordneter. Sozialdemokrat ist er bis zum heutigen Tag geblieben.


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