Koordinator im Auswärtigen Amt
Kolumne in den Harburger Anzeigen und Nachrichen des Monats April
Die Entscheidung der Bundesregierung, mich, einen Sozialdemokraten, zum Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu berufen, hat viele, mich eingeschlossen, überrascht. Immerhin: Ich bin Abgeordneter der Opposition und werde weiter als Abgeordneter, im Wahlkreis und in Berlin, arbeiten. Das neue Amt, das nicht in die normale Hierarchie des Auswärtigen Amtes eingegliedert ist, kommt dazu.
Was ist das für ein Amt, was macht der Koordinator? Einfach
formuliert: Ich bin Übersetzer und Erklärer, der den Menschen in beiden
Ländern, die jeweils andere Seite nahe bringt und dadurch auf indirekte,
nicht-operative Weise Einfluss nimmt auf das (nicht nur politische) Verhältnis
der beiden Länder zueinander. Übrigens, nicht nur der beiden, sondern der drei
Länder; denn es geht um Nordamerika, und Kanada gehört dazu. Wie arbeitet ein Koordinator? So ganz genau weiß ich das
noch nicht, vermute aber, dass ich häufiger als bisher „über den Teich“ fliegen
werde; nicht nur nach Washington D.C. und New York, sondern auch nach
Pittsburgh, Des Moines oder Denver; nach Ottawa und Quibeck. Ich werde dort
Gespräche mit vielen Menschen führen, nicht nur mit Politikern, sondern auch mit
Professoren, Journalisten, Gewerkschaftern
und mit dem viel zitierten „Mann auf der Straße“. Ich werde auch durch die
deutschen Provinzen reisen, um Freunde und Kritiker der nordamerikanischen
Partner zu treffen, werde Berichte schreiben und der Bundesregierung Vorschläge
unterbreiten, wo immer Entscheidungs- und Handlungsbedarf entsteht.